Wohl in meiner Haut

Foto: Nicola Titel: Mit dankbarem Herzen  Quelle: www.piqs.de Some rights reserved  

Foto: Nicola Titel: Mit dankbarem Herzen  Quelle: www.piqs.de Some rights reserved 

Hallöchen ihr Lieben,

heute möchte ich euch mal kein Outfit präsentieren. Ich möchte ein bißchen mit euch über Selbstakzeptanz und das Wohlfühlen in eurem Körper und einen gesunden Umgang mit selbigem reden. Das Thema ist auch für mich ein schwieriges. Es begleitet mich schon mein ganzes Leben. Denn ich war nicht immer so selbstbewusst und im Reinen mit mir. Und vor allem gab es Zeiten in meinem Leben, in denen ich mich gar nicht mehr wohl gefühlt habe in meiner Haut. Erstmal ein bißchen was zu meiner Geschichte. Böhh Geschichte denkt ihr euch jetzt…. Aber – wie man mir (erfolglos) schon in der Schule erklärte: Geschichte ist wichtig und muss sein, damit man die Gegenwart versteht.

Ich kam schon als kleiner Dickmops zur Welt. Stolze 5 kg zeigte damals die Waage. 😀 Ich war weder im Kindergarten, noch in der Grundschule, als Jugendlicher oder während meiner Studienzeit, einfach NIEMALS in meinem Leben schlank. Ich hatte immer unterschiedliche Facetten und Ausprägungen von dick und fett. Getrieben von Ärzten die mir regelmäßig prophezeiten „Sie werden keine 30, wenn Sie weiter so fett sind!“ jagte ich von 800kcal-Hungerkur zu Hungerkur (die erste 6wöchige mit 8! Jahren) und Diät zu Diät. Endergebnis: Jojo-Effekt über Jojo-Effekt stapelte sich über die Jahre. Bis zu einem Gewicht von 177kg. Nicht weil ich soviel „gefressen“ hab, wie jetzt das ein oder andere nette Individuum sagen wird. Nein, weil die scheiß Diäten einfach meinen Stoffwechsel total zerstört haben. Von klein auf. Ich habe am Schluss einen so verkackten Stoffwechsel gehabt, dass ich mit 1.800 kcal täglich zugenommen habe.

Da sitzt man nun. Kann sich nicht mehr gut bewegen (BMI von knapp 60) und weiß sich nicht mehr zu helfen. Noch eine Diät? Nochmal einen Jojo-Effekt riskieren um dann bei 200kg zu landen und mich dann noch weniger bewegen zu können? Nein! Deswegen habe ich im November 2013 für mich eine sehr drastische Reißleine gezogen.

Ich habe mich einer Schlauchmagenop unterzogen. Nicht weil ich mich so scheiße fand, nein, ganz einfach weil ich mich bewegen wollte und es nicht mehr konnte. Ich wollte laufen, tanzen, springen und wieder mehr am Leben teilnehmen. Ich musste den Großteil eines gesunden Organs opfern, um aus diesem elenden Diäten-Teufelskreis ausbrechen zu können.

Warum ich euch das alles erzähle?

Damit ihr aufhört im ständigen Diätenwahn zu leben. Damit ihr nicht in diesen Teufelskreis geratet. Genießt euer Leben, stresst euch nicht. Lasst euch von keinem sagen, dass ihr so oder so oder so aussehen müsst! Und wenn ihr euch  scheiße noch eins so wohlfühlt wie ihr seid, dann macht euch nicht euren schönen Körper kaputt mit der nächsten Zitronen-Ananas-Kohlsuppen-Diät, nur damit ihr in die Idealvorstellung von irgendwem passt. Denn Diäten führen zu NICHTS. Viel viel wichtiger ist, dass ihr euch bewegt, denn nicht das Gewicht macht euch krank, sondern die fehlende Bewegung. Scheißegal ob ihr schlank oder dick seid.

Aus vielen Gesprächen mit anderen (Leidens-)Genossen, weiß ich, dass sich viele einfach gar nicht trauen Sport zu machen, aus Angst vor dummen Sprüchen oder blöden Blicken. Aber wisst ihr was? Scheißt drauf ob euch irgendwelche Idioten im Fitnessstudio dumm anschauen. Oder euch auf der Straße blöd hinterher schauen beim walken. Kackt auf all die Gaffer im Schwimmbad. Hört auf euch zu verstecken und genießt eurer Leben! Und wenn ihr Bock habt Sport zu machen, dann macht Sport! Denn die Zeit die ihr damit verbringt euch Gedanken darüber zu machen, was andere über euch denken könnten, kommt nie wieder. Keiner kann euch diese Zeit wiederbringen. Das Leben ist einfach zu kostbar und zu schön um es damit zu verschwenden!

Zu diesem Thema möchte ich euch ein Buch ans Herz legen, welches im Juni diesen Jahres erscheinen wird. Es wird den Titel tragen „Wohl in meiner Haut“ geschrieben von Gisela Enders.

WIHM_Titel

Das sagt die Autorin über das Buch:

Ziel des Buches ist es neue Wege aufzuzeigen, wie man ohne Schuldgefühle egal mit welchem Gewicht ein glückliches und gesundes Leben führen kann. Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil geht es um wissenschaftliche Erkenntnisse, die nachweisen, das Diäten langfristig nicht funktionieren und Gewicht für die Lebenserwartung keinen Unterschied macht. Der einzige Unterschied liegt in der Bewegung. Dies gilt aber für jedes Gewicht. Im zweiten Teil geht es um praktische Tipps und Techniken, wie sich Selbstakzeptanz Schritt für Schritt entwickeln kann. Ich habe dazu viele Workshops und Coachings gegeben und musste mit vielen versteckten Überzeugungen, Ängsten und Gesellschaftsvorstellungen umgehen. Diese Erfahrungen und viele Berichte von anderen dicken Menschen fliessen hier in das Buch mit ein. Es geht um Themen wie Selbstakzeptanz, eigene Zweifel und Rückfälle, Umgang mit den lieben Mitmenschen, Liebe und Sex, Sport und Bewegung sowie natürlich auch den Umgang mit Essen.

Gisela Enders – Autorin von „Wohl in meiner Haut“
Foto: Stefanie Schmitt

Im Folgenden ein paar Auszüge aus einem Interview mit der Autorin:

Warum hast Du jetzt wieder ein Buch geschrieben?

Weil es immer noch zu viele Menschen gibt, die sich zu dick fühlen und die sich eben nicht wohl in ihrer Haut fühlen. Ich finde das so schade. Wir haben einen Körper geschenkt bekommen, es sollte sich gut und eins anfühlen, wenn wir diesen lieben und was machen wir stattdessen? Wir geben ihm nichts zu essen und hassen ihn. Wir können ihn nicht mal nackt im Spiegel betrachten. Wir schneiden sogar Teile ab und zerstören gesunde Organe. Ich hatte den Eindruck, dass sich dies in den letzten Jahren verschlimmert hat und irgendwann war der Impuls da, meine anderen Erfahrungen im Umgang mit dem eigenen Körper in einem neuen Buch zu schildern.

Was für Erfahrungen sind das?

Die Erfahrung, dass Diäten langfristig dick machen. Ich habe sie selbst gemacht, mittlerweile ist dies aber auch reichlich oft wissenschaftlich nachgewiesen. Eine zweite Erkenntnis liegt in großangelegten Langzeitstudien, die nachweisen, das Gewicht bei der Lebenserwartung keine Rolle spielt.

Das ist interessant? Was spielt denn eine Rolle?

Eine wesentliche Rolle spielt regelmässige Bewegung und die Reduktion von Stress. Grundsätzlich macht es keinen Unterschied, ob ein dicker Mensch immer nur rumsitzt oder ein schlanker Mensch. Beide erhöhen die Wahrscheinlichkeit früher zu sterben. Aber wenn man sich regelmässig bewegt, gibt es so gut wie keinen Unterschied. Deshalb gibt es im Praxisteil des Buches auch ganz viele Beispiele, wie Bewegung aussehen kann und wie wir unsere negativen Bilder von Sport wandeln können. In meinen Workshops suchen wir die Ursprungserfahrung, ab welchem Zeitpunkt Sport keinen Spaß mehr gemacht hat. Als Kinder haben wir uns freudig bewegt, uns nichts dabei gedacht. Doch dann hat vielleicht ein Junge aus der Schule eine dumme Bemerkung gemacht, die Lehrerin hat etwas Negatives im Sportunterricht gesagt oder was auch immer – bei den meisten finden sich Bemerkungen, die immer noch im Gehirn gespeichert sind und die die Meldung abgeben: Sport ist nichts für mich! Das gilt es zu wandeln, neue Erfahrung und andere Sätze zu etablieren. Und Bewegung muss ja nicht gleich Sport heißen. Ein kleiner Spaziergang, ein Tänzchen im Wohnzimmer, morgendliches wohliges Stretchen sind doch alles schöne kleine Bewegungsformen, die einen Anfang ohne Widerstand ermöglichen.
Zum Thema Stress muss ich bei dicken Menschen eigentlich nicht viel sagen, selbstgemachter Stress geht schon morgens los, wenn die Waage bestiegen wird. Der Stress in der Gesellschaft ist dann vielfältig und geht schon damit los, dass sich dicke Menschen fast nie 100% dazugehörig fühlen.

Du sprichst von einem Praxisteil, wie muss man sich den vorstellen?

Wenn ich nicht mehr die nächste Diät plane und das Leben schon heute losgeht und nicht erst, wenn ich X Kilo abgenommen habe, wie gestalte ich dann mein Leben? Das ist ein bisschen provokant gefragt, aber ich bin viele Lebensbereiche durchgegangen und habe wahlweise Interviews und Berichte von Menschen aufgenommen, die neue Wege gefunden haben oder ich stelle Techniken vor, wie man selbst neue Wege und neue Gedanken für sich finden kann. Die Bereiche decken hoffentlich viele Aspekte des Lebens ab, wie das eigene Selbstbild, der Umgang mit Verwandten und Freunden, Liebe und Sex, Sport und Bewegung, Mode und natürlich das Verhältnis zum Essen.

Warum machst Du das alles?

Weil ich es skandalös finde, wie mit einer Gruppe von Menschen, in diesem Fall Menschen mit Gewicht in unserer Gesellschaft umgegangen wird. Und genauso skandalös finde ich, das wir uns so wenig wehren und vieles einfach mit uns machen lassen. Da muss man doch was ändern!

Frau Enders braucht eure Unterstützung um das Buch in Druck zu geben. Wenn ihr sie unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun:

Startnext-Projekt

Ich wünsche euch eine ganz tolle Woche und wundervolle erste Frühlingstage!

XoXo

Coco

P.S. #effyourbeautystandards!